01.09.2011 | 14:36 | von Gerhard Hofer (Die Presse - Schaufenster)

Wer wissen will, was Grüner Veltliner aus dem Weinviertel draufhat, kommt um das Weingut Gschweicher aus Röschitz nicht herum.

 

 

 

 

2008 übergab Gerhard Gschweicher das Zepter an Sohn Bernhard. Und der schaffte das Kunststück, innerhalb kürzester Zeit einen persönlichen Stil zu entwickeln, ohne aber mit der Tradition zu brechen. Während meines viel zu kurzen Urlaubs im Waldviertel trank ich „Weinviertel DAC Reserve Kellerberg 2010“. Großartig: feine Säure, wunderschönes Pfirsicharoma in der Nase, voll und doch nicht aufdringlich am Gaumen. Und obwohl ich mir im Urlaub „Erlebnisse jeder Art“ ausnahmslos verbeten habe – derartige Geschmackserlebnisse sind dann doch immer wieder sehr schön.

Und als ich mich nach meinem viel zu kurzen Urlaub endlich aufgerafft hatte, diese Kolumne zu schreiben, musste ich mit Entsetzen feststellen, dass ich auch vor einem Jahr nach meinem viel zu kurzen Urlaub Gschweichers „Weinviertel DAC Reserve Kellerberg 2009“ bejubelt hatte. Fazit: Bernhard Geschweicher produziert nachhaltig großartige Reserveweine. Er setzte auf natürliche Vergärung, die auch drei Monate dauern kann, erzählte er mir und meinte: „Der Wein war lange verschlossen, kommt erst jetzt in die Gänge.“ Bleibt die Frage, wann ich in die Gänge komme, nach diesem viel zu kurzen Urlaub.


Weinviertel DAC Reserve 2010
12 Euro ab Hof